Islandpferde kaufen – Wertvolle Tips für Freizeitreiter zeigt, worauf es wirklich ankommt und hilft Fehlkäufe, absehbare Folgekosten und unnötigen Frust zu vermeiden.
Das Wichtigste zu Allererst: Lassen Sie sich nicht blenden
- von der angeblichen oder tatsächlichen Abstammung eines Verkaufspferdes
- von seinem Verhalten unter seinem bisherigen Bereiter
- von seiner tollen Farbe, seinem glänzenden Fell, Mähne und Schweif
- von den Geschichten, die der Verkäufer erzählt
- von den tollen Gängen, die das Pferd zeigt
- von behaupteten Eigenschaften wie “Verlasspferd”, “ideales Freizeitpferd”, “tolles Sport- als auch Freizeitpferd”, “Pferd mit großem Potential”
- von “ruhigen” Pferden, die sich nachher als “Kracher”, als schwieriges Pferd, als “Therapie Pferd” oder sogar als Problempferd outen, für dessen Korrektur Sie eventuell sogar professionelle Problempferdhilfe in Anspruch nehmen müssen
- von hohem Tempo in den verschiedenen Gängen und sensationell hoch und weitgreifender Vorhand
- usw.
Achten Sie lieber:
- auf das Verhalten wenn das Pferd angebunden ist
- auf sein Verhalten beim Führen und unter dem Reiter
- auf sein Verhalten unmittelbar nach dem Reiten
- auf Ihr eigenes Wissen; besuchen Sie einen Kommunikations Kurs in Pferdekommunikation (besser 200€ für einen Kurs ausgeben als 2000€ für eine Fehleinschätzung beim Islandpferde kaufen)
- auf die Stellung / Fehlstellung von Beinen und Hufen
- auf die Qualität und den Zustand des Hufe
- auf den Hufbeschlag
- auf Taktklarheit in den Gängen (Taktunreinheiten hört man besser als man sie sieht)
- in welcher Haltungsform es bisher lebte (große Herde, kleine Gruppe oder Boxenhaltung)
Beim Islandpferde Verkauf ist es wie bei allen anderen Geschäften im Leben: Verkäufer und Käufer haben unterschiedliche Interessen, die sie mit guten Argumenten vertreten. Während aber für den Verkäufer die Vergangenheit mit dem Pferd mit dem Verkauf endet, beginnt für den Käufer eine ungewisse Zukunft. Er alleine kann die Chancen der neuen Partnerschaft mit dem Pferd nutzen – aber er trägt auch das Risiko für einen Fehlkauf und die sich daraus ergebenden vielfältigen Folgen.
Es liegt also ganz im Interesse des Käufers, dieses Risiko so weit wie möglich zu verkleinern und zwar hauptsächlich durch eigenes Tun. Natürlich ist eine Ankaufuntersuchung durch einen Tierarzt des eigenen Vertrauens nützlich und man kann dabei auch schon das Verhalten eines Pferdes gegenüber tierärzlichen Untersuchungen studieren. Aber so “richtig ein Gefühl für das Pferd zu bekommen”, geht nur, wenn man sich ausgiebig und in Ruhe mit dem Tier beschäftigt.
Wenn Sie ein Pferd in die engere Wahl gezogen haben, dann bitten Sie den Verkäufer darum, es selbst reitfertig machen zu dürfen. Das ist eine großartige Gelegenheit, das Pferd näher kennen zu lernen, seine Eigenarten zu studieren, Ihre eigenen Gefühle beim Kontakt mit dem Pferd zu erspüren und besonders auf Ihre spontanen Gedanken zu achten. Ihr Unterbewusstsein gibt Ihnen dabei wertvolle Hinweise, um Sie vor späteren schmerzlichen Erkenntnissen zu bewahren (“… dieses Verhalten ist mir damals schon unangenehm aufgefallen”).
Ein gut erzogenes, folgsames und gelassenes Freizeitpferd lässt sich auf der Wiese oder auf dem Gemeinschaftspaddock mühelos halftern, zum Putzplatz führen und anbinden. Es bleibt ruhig und geduldig stehen und lässt sich von Ihnen putzen. Dabei können Sie bereits in aller Ruhe etwas über seine Bein- und Hufstellung erfahren. Es gibt ordentlich seine Hufe (achten Sie dennoch auf Ihre Position in Bezug auf das Pferd, um sich nicht unnötig in Gefahr zu bringen). Hierbei können Sie sich seine Hufe und den Hufbeschlag genau anschauen.
Das gut erzogene Freizeitpferd lässt sich problemlos satteln und trensen. Es wartet brav, bis es zum Reiten geholt wird. Es lässt den Reiter entspannt aufsteigen und sich in aller Ruhe zurechtsetzen, ohne dass der Zügel angenommen sein muss, um es am loslaufen zu hindern. Es wartet geduldig auf das Reitersignal zum Antreten und reagiert auf alle Wünsche des Reiters folgsam und gelassen; es hat ein Temperament, das sich “ein- und ausschalten” lässt.
Besuchen Sie das Pferd, das Sie interessiert, ruhig einige male. Bitten Sie, es richtig longieren zu dürfen, testen Sie ob es respektvoll mit der Hinterhand und der Vorhand vor Ihnen weicht, ob es rückwärts geht. Der Wert eines gut ausgebildeten Freizeitpferdes steckt vor allem in seiner Fohlenerziehung und im Pferd einreiten. Das bewahrt Sie davor, nach dem Kauf selbst das Pferd ausbilden oder es in den Beritt geben zu müssen.
Reiten Sie es in Begleitung des bisherigen Bereiters und reiten Sie es alleine, vor allem im Gelände, wenn Sie innerlich volles Vertrauen zu dem Tier haben. Fehlt Ihnen dieses Vertrauen in das Pferd, sollten Sie sich ernsthaft fragen, ob dies nicht ein Hinweis ist, vom Kauf dieses Pferdes Abstand zu nehmen. Schließlich möchten Sie lange bei eigener guter Gesundheit mit Ihrem Pferd zusammen das Leben genießen und nicht jedesmal froh sein, ohne gefährliche Ereignisse oder ohne Verletzungen vom Reiten zurück zu kommen.
Seien Sie also bei Ihrer Suche geduldig und investieren Sie als Freizeitreiter lieber in Sicherheit als in äußeren Glanz.
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