Verladetraining Pferd: Merlin und FRANZISKA in Hamburg

Merlin und FRANZISKA - Verladetraining - Pferdekommunikation“Verladetraining Pferd” war bis kürzlich ein Begriff, der in Merlins aktivem Wortschatz keinen Platz hatte. Merlin ist 12 Jahre alt, seit 6 Jahren bei mir und seit dem nicht mehr Hänger gefahren, da er sich nicht verladen lässt. Als er 2007 zu uns kam, hat das Verladen 4 Stunden gedauert. Er hatte alle erdenklichen Strategien: seitlich ausweichen, Kopf hoch nehmen, zurückziehen und steigen. Sämtliche Tricks: zwei hintere Longen, seitlich an Mauer fahren zur Begrenzung, mit Besen von hinten treiben, anderes Pferd vorher reinstellen haben alles nichts gebracht.

Am Ende wurde das erschöpfte Pferd sediert, zwei kräftige Männer haben ihn hinten um die Kruppe gefasst, angehoben und Merlin ist reingetrippelt, stehen geblieben, Klappe geschlossen und los. Laut Vorbesitzer hatte er keine schlechten Erfahrungen mit dem Anhänger gemacht, Anhängertraining aber leider auch nicht.

Der lange Weg zum Verladetraining mit meinem Pferd

Das kriegt man durch Gewöhnung schon hin, dachte ich mir. So war es aber nicht. Trotz stetiger Präsenz des Hängers auf Merlin´s Offenstall Weide und trotzdem wir immer wieder Futter angeboten haben, geht Merlin nur alleine, nur halb und nur ganz kurz hinein. Mit Halfter und Strick geht fast nichts, auf die Aufforderung nach vorne einzusteigen, geht er mit Kopfrucken oder Steigen zurück. Je öfter und je länger man ihn auffordert, umso schlechter wird die Reaktion. Geht er zu Beginn vielleicht noch zwei Schritte mit den Vorderhufen auf die Klappe, berührt er die Klappe zum Ende hin überhaupt nicht mehr.

Irgendwann 2009 beginnen wir mit Parelli. Das war in jedem Fall gut. Am Hänger geht jedoch alles viel, viel langsamer als gedacht. Beim seitlich über die Klappe gehen, besonders von links nach rechts, tut Merlin jedes mal so, als mache er das gerade zum ersten Mal in seinem Leben. Ich kam allein nicht über die Arbeit um den Hänger und auf der Klappe hinaus, Merlin betritt nicht die Ladefläche.

Im September 2011 holte ich mir erstmals professionelle Hilfe. Das ermöglichte es, mit Merlin im Hänger arbeiten zu können. Wir erreichten jedoch kein entspanntes Stehenbleiben im Hänger, sodass an Klappe schließen und fahren nicht zu denken war. Das erreichen wir auch an weiteren Terminen nicht.

Im Juli 2012 kriegt Merlin einen neuen Hänger: höher und vorne mit zwei großen Türen. Prinzipiell auch zum Frontausstieg. Frontausstieg hilft ihm dachte ich, jedoch ist er mal beim vorne aussteigen ausgerutscht und hat sich eine Schürfwunde an der Hüfte geholt. Deshalb steigen wir wieder rückwärts aus. Trotzdem helfen die Türen durch die gute Aussicht nach vorn, man merkt, es ist leichter für ihn, wenn er bequem rausschauen kann.

Wenn er frei ist, nimmt Merlin sein Futter heute auch ganz im Hänger. Mit Halfter und Strick ist es aber kaum besser als vor 6 Jahren. Die alten Vermeidungsstrategien nutzt er immer noch gern und wenn er den Hänger betritt, dann sozusagen mit „Augen zu und durch“: es wird schnell reingerauscht und genauso schnell wieder raus, da ist an zumachen und fahren nicht zu denken. Bald müssen wir umziehen und daher haben wir ein Problem.

Am 1. Tag nach dem Verladetraining

Guten Abend, Ich konnte heute doch schon weiter üben, es blieb trocken. Ich hab heute 2 kurze Trainingseinheiten gemacht, wo ich noch vor der Stange stehen geblieben bin. Dazwischen 1,5 h Pause. Einsteigen wurde heute nicht verweigert. Nur selber rausgehen kommt vor, er hält aber auch von sich aus inne.

Am 2. Tag nach dem Verladetraining sind Pferd und Reiterin zufrieden

Ich habe heute auch schon 2 Trainingseinheiten gemacht, mit 1h Pause dazwischen. Es ist schönes Wetter, ein bisschen windig. Für den letzten Versuch hab ich den Hänger auf die Weide weiter vorn gestellt, sonst muss ich soweit fahren, es hat aber trotzdem geklappt. Ich bin zufrieden mit uns.

Eine Woche nach dem Verladetraining

Am letzten Wochenende konnte ich wieder Training machen, das Wetter hat mitgespielt:
Freitag 2x, Samstag 2x und Sonntag 1x. Nicht eine Verweigerung beim Entern. Nur ganz, ganz selten geht Merlin noch von sich aus raus. Er hat auch verstanden, dass wenn ich ausatme und zum Strick greife, es gleich raus geht, aber er trotzdem warten soll, bis ich ihn tatsächlich zurückschicke.

Wir haben die Stufe 3×3 “Unter der Stange durchklettern” erfolgreich abgeschlossen. Beim letzten Training am Sonntag hatten wir zufällig Zuschauer, das habe ich dann als 20% Neuerung genommen.

lg aus Hamburg
Franziska und Merlin